Cedric Stolte
Cedric Stolte

Saarfußball

Spielverlegungen: Ein leidiges Thema mit vielen Verlierern

Eine Nachlese zur Spielabsage in der Schröderliga vom Wochenende

Saarland. Die Spielabsage in der höchsten saarländischen Liga, der Schröderliga, hat am Wochenende für viele Diskussionen gesorgt. Fußball-News Saarland war mit seiner Berichterstattung daran nicht ganz unschuldig. Zunächst müssen wir uns daher bei Borussia Neunkirchen entschuldigen, da ihre Sichtweise der Dinge erst etwas später in unseren Bericht eingefügt wurde. Für den sehr freundlichen und sportlichen Austausch mit dem neuen Vorsitzenden Peter Habel der Borussia bedanken wir uns sehr herzlich.

Danach sollten wir uns die Sachlage nochmals anschauen und auch ein weiterer Faktor in diesem „Dilemma“ nicht unerwähnt lassen. Fündig wird man nämlich in den Durchführungsbestimmungen Spielbetrieb Herren und Frauen vom 09.06.2021. Dort ist unter Punkt 1.2 „Spieltermine“ die Vorgehensweise bei ausgefallenen Spielen geregelt. Im Saarfußball Magazin Ausgabe 01/21 vom August ist in den Amtlichen Mitteilungen auf Seite 43 diese veröffentlicht und somit allen Vereinen bekannt gemacht worden. Nach diesen Regularien ergeht durch den Spielausfall am 16.10.2021 der nächste mögliche Nachholtermin, folglich der 27.10.2021. Weiterhin heißt es: „Eine Änderung des festgelegten Spieltermins durch die Vereine bedarf der Einwilligung des
Spielpartners und der Genehmigung des Spielleiters“.

Somit ergeben sich hier drei Parteien: erstens die Mannschaft, die aufgrund einer Vielzahl von verletzten und kranken Spielern den Spieltermin verschieben will, zweitens der Spielgegner, der dieser Verlegung zustimmen muss und letztendlich der Klassenleiter in Vertretung des Verbandes, der ebenfalls seine Zustimmung erteilen muss.

So ist es auch wohl bei der Spielabsage am letzten Samstag in der Schröderliga geschehen. Der Klassenleiter bot beiden Vereinen den rechtlich möglichen Termin 27.10.2021 an und hätte dieser Spielverlegung dorthin auch zugestimmt, aber beide Mannschaften konnten sich darauf nicht einigen, der Spielpartner hat dieser Verlegung dort hin nicht zugestimmt. Deshalb blieb dem Klassenleiter nichts übrig als das Spiel abzusetzen. Die letztendliche Wertung des Spiels nimmt die Spruchkammer am Mittwoch vor, denen wir nicht vorgreifen wollen.

Dieser enge rechtliche Rahmen scheint, wie man hört, eine Besonderheit im Saarland zu sein, was auch Corona geschuldet sein dürfte. Denn wie der andere Fall vom Wochenende aus der Oberliga zeigte (wir berichteten) legte die TSG Pfeddersheim acht ärztliche Atteste vor und das Spiel wurde mit der Begründung höhere Gewalt durch den Verband abgesetzt. Spätestens wenn hier die Spruchkammer des Regionalverbandes, der wir auch nicht vorgreifen wollen, dies als rechtens ansieht, muss man natürlich die Frage stellen, warum es bei einem Landesverband in diesem Regionalverband nicht möglich ist auch so zu verfahren.

Ein komplexes Thema, dass mit allen Beteiligten an anderer Stelle, vielleicht an einem „runden Tisch“ thematisiert und im Sinne des Sports neu überdacht werden sollte.

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