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Was macht eigentlich…

Mark Lerandy

Kai SandBy Kai Sand18. August 2026Keine Kommentare8 Mins Read
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Mark Lerandy – Vom Breisgau ins Saarland

Mark Lerandy wurde 1981 im südbadischen Lahr geboren. Sein Vater stammt von der Karibikinsel Martinique, seine Kindheit und Jugend verbrachte er jedoch in Baden-Württemberg. Nach seinen ersten Schritten bei der Spvgg Lahr wechselte er in den Nachwuchs des SC Freiburg, wo er mehrere Jahre im Jugend- und Amateurbereich spielte. Über Stationen beim SV Sandhausen, dem SV Linx und dem SC Pfullendorf kehrte er zunächst in seine Ortenauer Heimat zurück – bevor seine Karriere eine entscheidende Wendung nahm.

2009 überzeugte ihn Trainer Dieter Ferner zu einem Wechsel ins Saarland zum traditionsreichen 1. FC Saarbrücken. Dort verbrachte Lerandy die wohl prägendsten Jahre seiner aktiven Laufbahn: Zwischen 2009 und 2013 bestritt er beeindruckende 148 Pflichtspiele für die Blau-Schwarzen. Er war nicht nur fester Bestandteil der Defensive, sondern entwickelte sich schnell zu einem unverzichtbaren Leistungsträger im Team. Mit seiner Robustheit, seinem Einsatzwillen und seiner Erfahrung verkörperte er genau die Mentalität, die den Verein in dieser Phase auszeichnete.

Gleich in seiner ersten Saison half er mit, den Aufstieg in die 3. Liga zu sichern. In dieser Liga feierte er anschließend auch sein Profidebüt und schrieb Geschichte, als er 2011 beim 4:3-Sieg gegen Wacker Burghausen sein erstes Profitor erzielte. Vier Jahre lang stand er in Diensten des FCS, erlebte packende Derbys und trug das Trikot der Saarbrücker mit Stolz. Für viele Fans ist er bis heute ein Spieler, der die kämpferische Seite des Vereins verkörperte.

Ende 2013 endete sein Engagement beim FCS aus familiären Gründen, und Lerandy kehrte zurück in seine Ortenauer Heimat, wo er unter anderem für den Bahlinger SC aktiv war. Anschließend begann er seine Trainerlaufbahn, zunächst beim Offenburger FV und später beim SV Oberachern, den er mehrere Jahre betreute, ehe er dort ins Management wechselte.

Auch wenn er längst als Trainer und sportlicher Leiter aktiv ist, bleibt die Zeit beim 1. FC Saarbrücken ein herausragendes Kapitel seiner Karriere – sportlich wie menschlich. Die 148 Spiele für die Blau-Schwarzen machten Marc Lerandy zu einem festen Bestandteil der saarländischen Fußballgeschichte.

Interview

Kick & Kult: Mark, wie verdienst du zurzeit eigentlich deine Brötchen – und was macht dir an deiner aktuellen Aufgabe am meisten Spaß?

Lerandy: Zurzeit verdiene ich meine Brötchen als Fußball-Mentalcoach. Ich helfe Spielerinnen und Spielern dabei, die mentale Seite ihres Spiels gezielt zu stärken – also genau den Bereich, der oft den Unterschied macht, ob man sein Potenzial wirklich abrufen kann. Dazu gehört alles: mehr Selbstvertrauen, bessere Fokussierung, der richtige Umgang mit Druck und auch die Fähigkeit, Rückschläge schneller wegzustecken.

Am meisten Spaß macht mir, dass ich Spieler auf ihrem Weg begleiten darf und sehe, wie sie durch die mentale Arbeit nicht nur auf dem Platz besser werden, sondern auch als Persönlichkeit wachsen. Für mich ist es jedes Mal ein Highlight, wenn ein Spieler nach einem Gespräch oder Training merkt: „Wow, ich kann viel mehr, als ich dachte.“ Genau dafür mache ich das.

Kick & Kult: Zwischen 2009 und 2013 hast du 148 Spiele für den 1. FC Saarbrücken gemacht. Welche Erinnerungen aus dieser Zeit sind dir bis heute am stärksten geblieben?

Lerandy: Ich glaube, der Aufstieg in meinem ersten Jahr. Wir haben die Saison mit einem absoluten Fehlstart begonnen. Was wir in dieser Saison mit dieser Mannschaft erreicht haben, war schon einmalig. Die Verbindung zwischen Fans und Mannschaft trug uns durch die gesamte Saison bis hin zum Aufstieg in die 3. Liga. Diese Momente werde ich nie vergessen. Ich bin sehr dankbar für diese schöne Zeit.

Kick & Kult: Du warst Teil der Mannschaft, die den FCS in die 3. Liga geführt hat. Wie hat sich dieser Aufstieg für dich persönlich angefühlt?

Lerandy: Der Aufstieg war – neben vielen anderen schönen Momenten – die schönste Zeit beim FCS. Als wir in Saarbrücken auf dem Rathausbalkon standen und die Fans zu uns hochgeschaut haben, wurde mir erst so richtig klar, was wir in dieser Saison für eine unglaubliche Geschichte geschrieben haben. Die vielen glücklichen Gesichter der FCS-Fans nach einer langen Leidenszeit zu sehen, war Gänsehaut pur.

Kick & Kult: Die Fans in Saarbrücken sind für ihre Leidenschaft bekannt. Wie hast du die Stimmung im Ludwigspark erlebt – besonders in den Derbys?

Lerandy: Die Stimmung im Ludwigspark ist etwas ganz Besonderes. Die Zuschauer leben diesen Verein zu jeder Zeit. Wir haben auch viele Spiele gewonnen, in denen uns das Stadion durch die Partie getragen und uns den letzten Push gegeben hat. Ich hatte außerdem sehr viel guten und persönlichen Kontakt mit den Fans aus der Szene.

Kick & Kult: Dein erstes Profitor hast du 2011 gegen Wacker Burghausen erzielt. War das dein schönster Moment im FCS-Trikot oder gibt es ein anderes Highlight, das dir wichtiger ist?

Lerandy: Es war definitiv ein schöner Moment. Aber der schönste war es nicht. Da gab es viele andere Momente, die mir noch stärker in Erinnerung geblieben sind – zum Beispiel das erste Mal, als ich für den FCS im Ludwigspark eingelaufen bin, unter meinem damaligen Trainer Dieter Ferner, dem ich unglaublich viel zu verdanken habe. Von hier aus noch einmal vielen Dank, Dieter, dass du mir diese schöne Zeit ermöglicht hast.

Kick & Kult: Wenn du auf deine Karriere zurückblickst: Welcher Moment ist für dich der schönste – und gibt es etwas, das du im Nachhinein am liebsten ungeschehen machen würdest?

Lerandy: Da gibt es sehr viele schöne Momente, auf die ich zurückschauen darf. Die Zeit beim SC Freiburg unter Christian Streich in der Jugend und die Zeit beim FCS sind aber mit Abstand die schönsten gewesen.

Ungeschehen machen würde ich gerne meinen Abschied. Mich beschäftigt bis heute, dass ich nicht offiziell verabschiedet wurde. Ich hätte mich sehr gerne von den Fans, der Mannschaft und den Menschen beim FCS persönlich im Ludwigspark verabschiedet. Ohne diese Personen wäre die Zeit beim FCS nur halb so schön gewesen. Danke nochmals für die tolle Zeit.

Kick & Kult: Mit wem aus der damaligen Saarbrücker Zeit hast du heute noch Kontakt?

Lerandy: Mit Dieter Ferner schreibe ich hin und wieder. Mit Jürgen Luginger bin ich ebenfalls noch in Kontakt. Mit Marcel Ziemer, Giuseppe Pisano, Marcus Mann und Sven Sökler stehe ich ebenfalls noch in gutem Austausch.

Kick & Kult: 2013 bist du aus familiären Gründen zurück in die Ortenau gewechselt. Wie schwer ist dir dieser Abschied gefallen – und hattest du das Gefühl, in Saarbrücken noch etwas offen zu lassen?

Lerandy: Wie oben schon erwähnt, bin ich ohne offizielle Verabschiedung gegangen. Das tut nach der erfolgreichen Zeit bis heute extrem weh. Ich hätte mich super gerne von allen Menschen verabschiedet. Aber im Leben passiert nichts zufällig – vielleicht soll oder ist meine Aufgabe beim 1. FC Saarbrücken noch nicht beendet.

Kick & Kult: Heute bist du Trainer und sportlicher Leiter. Welche Erfahrungen aus deiner Zeit beim FCS helfen dir am meisten im Umgang mit jungen Spielern?

Lerandy: Sehr viele. Ich durfte von vielen Menschen lernen, wie man mit Spielern umgeht und wie man einen Verein beziehungsweise eine Mannschaft zu Leistungen bringt, die keiner für möglich hält. Ob das Dieter Ferner war, der mit seiner beständigen Art den kompletten Verein und die Mannschaft geerdet hat und die Verbindung zwischen Mannschaft und Fans wie kein anderer versteht und lebt. Aber wie schon gesagt: Es waren sehr viele Personen – Mannschaftskollegen, Fans und Vereinsangestellte.

Kick & Kult: Wenn du den Fußball von damals mit heute vergleichst – was hat sich deiner Meinung nach am stärksten verändert, sowohl auf dem Platz als auch im Umfeld der Vereine?

Lerandy: Es ist im Fußball genauso wie im Leben: Alles ist schneller geworden. Auch die Digitalisierung hat ihren Teil dazu beigetragen. Ich würde mir wünschen, dass wieder mehr Identifikation in die Vereine zurückkehrt. Dass wieder mehr Personen in wichtigen Positionen sind, die den Verein lieben und leben.

Das ist doch Fußball: Wie soll ich Herzblut entwickeln, wenn ich diese Vereins-DNA nicht spüre? Ich glaube, das kann in der heutigen Zeit den Unterschied machen. Viele Vereine – wie der SC Freiburg, bei dem viele ehemalige Spieler wichtige Positionen innehaben – leben dieses Beispiel und sind damit sehr erfolgreich, nicht nur kurzfristig, sondern auch langfristig.

Kick & Kult: Hattest du als Kind eigentlich ein fußballerisches Vorbild?

Lerandy: Ja, da hatte ich mehrere: Jürgen Kohler, Marcel Desailly, Lúcio und Klaus Augenthaler.

Kick & Kult: Zum Schluss noch etwas Persönliches: Welches Buch hast du zuletzt gelesen und welchen Film zuletzt im Kino gesehen?

Lerandy: Tatsächlich ein Buch von einem Trainer, den ich sehr schätze: das Buch von Frank Schmidt. Was er in Heidenheim erreicht hat und wie er als Mensch geblieben ist, ist schon sehr beeindruckend. Auch er ist ein ehemaliger Spieler des Vereins und lebt die DNA des Vereins wie kein anderer.

Kick & Kult: Und ganz ehrlich: Könntest du dir vorstellen, eines Tages noch einmal ins Saarland zurückzukehren – vielleicht sogar in einer Funktion beim FCS?

Lerandy: Ja, ganz klar. Ich hatte es oben schon einmal erwähnt: Vielleicht wurde ich nicht verabschiedet, weil ich noch einen Auftrag beim FCS habe. Wenn der FCS anfragt, wäre ich sofort da – in welcher Funktion auch immer. Mal schauen, was die Zukunft bringt, aber ich wäre sofort dabei.

 

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