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Jan Sebastian Bach

Schröderliga Saar

Björn Klos zurück an alter Wirkungsstätte

Der SV Preußen Merchweiler gastiert am kommenden Samstag bei Borussia Neunkirchen

Merchweiler. Das Spiel zwischen Borussia Neunkirchen und Merchweiler scheint auf den ersten Blick ein ganz normales Saarlandligaspiel zu sein. Doch für mindestens eine Person wird es ein ganz besonderes Aufeinandertreffen sein: Merchweilers Trainer Björn Klos. Klos hatte zuvor sechs Jahre lang den traditionsreichen Verein aus Neunkirchen trainiert, bevor er zu den Preußen wechselte. Die Zeit beim Verein Neunkirchen, mit all ihren Höhen und Tiefen, wird immer tief in der Trainerkarriere von Björn Klos verankert sein. Gunther Persch, Sportvorstand von Borussia Neunkirchen, freut sich auf das Wiedersehen: “Vor 6 Jahren habe ich Björn in einer sehr schwierigen Situation nach Neunkirchen geholt, weil ich ein sehr gutes Gefühl bei ihm hatte. Wir haben sofort seine Leidenschaft gespürt. Gemeinsam haben wir viele Herausforderungen gemeistert, und daraus entstand eine echte Freundschaft. Björn ist nicht nur ein herausragender Trainer, sondern auch ein toller Mensch. Egal in welcher Situation, ich stehe immer hinter ihm!” Heute hat sich Björn Klos einige Minuten Zeit genommen, um unsere Fragen zu beantworten.

FNS: Wie geht es dir?

Klos: Danke, mir geht es sehr gut. Privat läuft alles bestens, und auch beruflich hat sich nach langer Zeit etwas für mich verändert. Ich habe meinen Arbeitgeber gewechselt und bin jetzt bei Liberias, einem umfangreichen Energieanbieter, tätig. Dort arbeite ich als Projektleiter und fühle mich sehr wohl. Mehr über unsere Aktivitäten könnt ihr in der aktuellen Ausgabe von Fußball News Saarland nachlesen. (Klos lacht)

FNS: Preußen Merchweiler steht aktuell auf dem … Tabellenplatz. Wie zufrieden bist du mit dem bisherigen Saisonverlauf?

Klos: Da bin ich persönlich etwas zwiegespalten – zum Teil zufrieden, wenn man betrachtet, dass wir als Aufsteiger in einer starken Liga mit so vielen Ausfällen in der Offensive einen ansehnlichen Fußball spielen und auch einigermaßen punkten konnten. Zum anderen haben wir aber auch durchaus einige Punkte liegen gelassen, in Spielen, wo wir viel investiert haben. Da stimmen Aufwand und Ertrag nicht überein, zudem dauert mir die Weiterentwicklung bei dem ein oder anderen Spieler etwas zu lange. Aber das bekommen wir gemeinsam schon noch in die richtige Richtung.

FNS: Jetzt geht es nach Neunkirchen, deinem alten Verein. Hand aufs Herz… Wie sehr und inwiefern berührt dich das?

Klos: Da würde ich lügen, wenn ich sage, es lässt mich kalt, ins Ellenfeld zurückzukehren. Dafür hatte ich dort eine zu schöne Zeit mit Menschen, die mir ans Herz gewachsen sind, und auf die ich mich immer freue, wenn man sich wiederbegegnet. Ich habe über Jahre gemeinsam mit Gunther Persch die Mannschaft zusammengebaut, und der Verein hat sich in dieser Zeit auch stabilisiert; zudem haben mir die Fans einen super Abschied bereitet, den ich nicht vergessen werde. Aber ich stehe nicht auf dem Feld und muss performen. Ich bereite das Spiel allerdings genauso vor wie jedes andere auch, denn mein persönliches Empfinden bei dem Wiedersehen betrifft meine Spieler ja nicht.

FNS: Verfolgst du das Geschehen in Neunkirchen noch intensiv oder nimmst du das wahr wie jeden anderen Verein auch?

Klos: In Neunkirchen ist ja immer was los, was man zwangsläufig mitbekommt. Aber ich habe nach wie vor einen guten Kontakt zu meinen ehemaligen Spielern und zum Sportvorstand. Zudem ist ja auch mein Schwager als Kapitän noch im Team. Auf jeden Fall kann ich ganz offen sagen, dass ich mich für diese Menschen freue, wenn es gut läuft und Erfolg da ist, weil ich dann weiß, dass es ihnen gut geht.

FNS: Hört man sich in Neunkirchen um, hört man überwiegend lobende Worte über dich. Warum hast du den Verein damals verlassen?

Klos: Das habe ich ja immer schon offen kommuniziert. Manchmal ist es einfach an der Zeit, einen Wechsel zu vollziehen, etwas anderes zu machen und auch Platz zu machen für eine weitere Entwicklung unter neuen Impulsen. Dass das erste Jahr danach so chaotisch verläuft, habe ich mir ehrlicherweise nicht so vorgestellt. Aber wie die Mannschaft das am Ende der Runde in Eigenregie mit Philippe gemeistert hat: da war ich schon ein wenig stolz auf die Jungs. Insgesamt und für mich selbst war es, glaube ich, auch heute noch die richtige Entscheidung. Ich habe mich seitdem weiterentwickelt und glaube, auch in Merchweiler ein wenig bewegt zu haben. Nichtsdestotrotz habe ich die Zeit bei Borussia durchweg positiv in Erinnerung.

FNS: Wenn die Frage auch schwer zu beantworten ist, wie ist deine Prognose für das Spiel am kommenden Sonntag? Ist es ein Vorteil oder ein Nachteil, gegen dein altes Team anzutreten?

Klos: Da muss ich schmunzeln: Ich denke, Fluch und Segen zugleich. Zum einen sind die alten Jungs sicher sehr motiviert. Zum anderen weiß ich alles über sie (zumindest von den Spielern, die unter mir gespielt haben). Von daher ist eine Prognose schwierig. Wir haben beide personelle Probleme und treten nicht in Bestbesetzung an. Jeder weiß, dass wir der klare Underdog im Ellenfeld sind, aber viele wissen auch, dass man meiner Mannschaft alles zutrauen kann…

Vielen Dank, Björn, und viel Erfolg für dein Team und dich in den nächsten Wochen.

 

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