Mönchengladbach. Die SV 07 Elversberg bleibt auch in der neuen Bundesliga-Saison auf Erfolgskurs. Die Mannschaft von Trainer Vincent Wagner setzte sich bei Borussia Mönchengladbach nach einem zwischenzeitlichen 1:3-Rückstand noch mit 4:3 durch. Dabei bewies die SVE vor allem in der zweiten Halbzeit große Moral und drehte die Partie durch drei Treffer. Besonders bitter aus Elversberger Sicht war eine Fehlentscheidung unmittelbar vor dem zweiten Gladbacher Treffer.
Nach dem 3:2-Erfolg gegen Bayer 04 Leverkusen vertraute SVE-Trainer Vincent Wagner erneut auf dieselbe Startformation. Elversberg versteckte sich im Borussia-Park keineswegs und begegnete den Gastgebern von Beginn an auf Augenhöhe.
Den ersten Treffer erzielte allerdings Mönchengladbach. Nach einer Ecke blieb die Borussia in Ballbesitz, Nguefack brachte den Ball erneut in den Strafraum und Bolin köpfte in der 12. Minute zum 1:0 ein.
Die Antwort der SVE ließ nicht lange auf sich warten. Nur eine Minute später nutzte Onyeka einen Fehler der Gladbacher Defensive beinahe zum direkten Ausgleich, sein Abschluss landete jedoch am Pfosten. Elversberg blieb trotz des Rückstands gefährlich, musste in dieser Phase allerdings auch einige Drucksituationen der Gastgeber überstehen.
In der 29. Minute belohnten sich die Saarländer schließlich. Mokwa setzte sich im Zweikampf gegen Itakura durch, hatte anschließend freie Bahn in Richtung Tor und vollendete zum 1:1. Wenig später hatte Gladbach durch Kleindienst die Chance auf die erneute Führung, während auf der Gegenseite Onyeka in der 35. Minute eine weitere gute Möglichkeit für Elversberg ungenutzt ließ.
Kurz vor der Pause geriet die SVE erneut in Rückstand – und das auf äußerst unglückliche Weise. Vor dem Gladbacher Einwurf, aus dem letztlich das 2:1 durch Bolin entstand, war Kleindienst als letzter Spieler am Ball gewesen. Dennoch bekam die Borussia den Einwurf zugesprochen. Da die Entscheidung selbst nicht vom VAR überprüft werden konnte, blieb der anschließende Treffer bestehen.
Trainer Vincent Wagner protestierte gegen die Entscheidung und sah zunächst die Gelbe Karte. Mit dem Pausenpfiff folgte eine weitere Verwarnung und damit Gelb-Rot für den Elversberger Coach. Die SVE musste somit nicht nur mit einem 1:2-Rückstand, sondern auch ohne ihren Cheftrainer an der Seitenlinie in die zweite Hälfte gehen.

Elversberg kam dennoch engagiert aus der Kabine. Gyamerah sorgte bereits in der 46. Minute für den ersten Abschluss des zweiten Durchgangs. Auf der Gegenseite blieb Gladbach ebenfalls gefährlich und erhöhte schließlich in der 56. Minute durch Scally nach Vorarbeit von Honorat auf 3:1.
Die Partie schien damit zunächst zugunsten der Gastgeber zu kippen. Doch die SVE ließ sich auch von zwei Toren Rückstand nicht aus dem Konzept bringen. Petkov verpasste zunächst eine Möglichkeit zum Anschlusstreffer, ehe der eingewechselte Maurice Krattenmacher in der 66. Minute zur Stelle war. Nach einem Abpraller reagierte er am schnellsten und verkürzte auf 2:3.
Nur zwei Minuten später verhinderte SVE-Torhüter Nicolas Kristof mit einer wichtigen Parade einen erneuten Zwei-Tore-Rückstand. Elversberg blieb dadurch im Spiel und erhöhte in der Schlussphase noch einmal den Druck.
In der 80. Minute folgte der nächste Höhepunkt aus Sicht der Saarländer. Felix Keidel trat zu einem Freistoß an und setzte den Ball sehenswert in den Winkel – 3:3. Die SVE hatte einen 1:3-Rückstand aufgeholt und plötzlich sogar die Möglichkeit, die Partie komplett zu drehen.
Gladbach bekam noch einmal die Gelegenheit zur erneuten Führung, doch Poreba klärte einen Kopfball von Itakura auf der Torlinie. Danach drängte Elversberg auf den entscheidenden Treffer. Krattenmacher scheiterte in der 90. Minute zunächst am stark reagierenden Gladbacher Torhüter Nicolas.
In der zweiten Minute der Nachspielzeit war es dann aber soweit: Krattenmacher schlug erneut zu und erzielte mit seinem zweiten Treffer des Tages das umjubelte 4:3 für die SV Elversberg.
Damit krönte die Mannschaft von Vincent Wagner eine beeindruckende Aufholjagd. Trotz eines 1:3-Rückstands, der umstrittenen Entstehung des zweiten Gladbacher Tores und des Platzverweises gegen den eigenen Trainer kämpfte sich die SVE zurück und nahm am Ende alle drei Punkte aus dem Borussia-Park mit.
