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Der FC Amed Saar kam, sah – und fing an zu siegen

Jan Sebastian BachBy Jan Sebastian Bach4. September 2026Keine Kommentare7 Mins Read
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Erst 2025 gegründet, im ersten Jahr direkt Meister und aufgestiegen – und nun auch eine Klasse höher schon wieder ganz vorne dabei. Der FC Amed Saar hat innerhalb kürzester Zeit eine bemerkenswerte Entwicklung genommen. Dabei geht es bei dem jungen Verein längst um mehr als nur sportlichen Erfolg.

Gerade einmal seit März 2025 gibt es den FC Amed Saar. Der Verein mit kurdischen Wurzeln fand seine sportliche Heimat in Gersweiler, wo die Mannschaft ihre Heimspiele auf dem Kunstrasen des SV Gersweiler austrägt. Die Vereinsfarben Grün, Rot und Gelb gehören inzwischen fest zum Bild auf der Anlage.

Dass der junge Club dort eine Heimat gefunden hat, wissen die Verantwortlichen besonders zu schätzen. „Wir sind dem Vorstand und dem gesamten SV Gersweiler wirklich sehr dankbar. Das sind tolle Menschen, und wir wissen diese Unterstützung sehr zu schätzen“, betonen die Verantwortlichen des FC Amed Saar.

Was mit rund 65 Mitgliedern begann, entwickelte schnell eine beachtliche Dynamik. Mittlerweile zählt der interkulturell geprägte Verein rund 190 Mitglieder. Menschen unterschiedlicher Herkunft sollen hier über den Fußball zusammenfinden – und offensichtlich trifft diese Idee einen Nerv.

Mindestens genauso rasant wie neben dem Platz verlief die Entwicklung auf dem Rasen. In seiner allerersten Saison 2025/26 setzte sich der FC Amed Saar in der Kreisliga A Süd Südsaar durch und feierte auf Anhieb die Meisterschaft. 72 Punkte aus 26 Spielen und eine Tordifferenz von +112 zeigen eindrucksvoll, wie dominant der Neuling durch seine Premierensaison marschierte.

Und beinahe hätte der Club seinem ersten Jahr noch die Krone aufgesetzt. Auch im Kreispokal Südsaar sorgte Amed für Aufsehen und kämpfte sich bis ins Finale. Erst dort endete der Traum vom Pokalsieg.

Meisterschaft, Aufstieg und Pokalfinale – viel erfolgreicher hätte das erste Kapitel dieser noch jungen Vereinsgeschichte kaum geschrieben werden können.

Eine Liga höher – und schon wieder vorne dabei

Nach dem Aufstieg in die Bezirksliga Köllertal-Warndt stellte sich zwangsläufig die Frage: Kann Amed Saar diesen Schwung auch gegen stärkere Konkurrenz mitnehmen?

Die Antwort gibt die Mannschaft derzeit auf dem Platz.

Von einer langen Eingewöhnungsphase ist jedenfalls nichts zu sehen. Nach fünf absolvierten Spielen steht der Aufsteiger mit der Maximalausbeute von 15 Punkten auf Tabellenplatz zwei – punktgleich mit Spitzenreiter SV Ritterstraße. Statt zunächst einmal nur in der neuen Liga anzukommen, mischt der FC Amed Saar also schon wieder ganz vorne mit.

Aus einem unbekannten Neuling ist innerhalb weniger Monate ein Verein geworden, den die Konkurrenz längst ernst nehmen muss.

Doch bei aller sportlichen Euphorie ist der FC Amed Saar mehr als nur seine Ergebnisse. Rund 190 Mitglieder, eine stetig wachsende Gemeinschaft und der Anspruch, Menschen unterschiedlicher Herkunft über den Fußball zusammenzubringen, zeigen, dass hier in kurzer Zeit etwas entstanden ist, das über die 90 Minuten auf dem Platz hinausgeht.

Meister im ersten Jahr, Pokalfinalist, Aufsteiger – und jetzt schon wieder mitten im Rennen um die Spitzenplätze. Die Geschichte des FC Amed Saar ist noch jung. Aber sie hat bereits erstaunlich viele Kapitel. Und vieles spricht dafür, dass das nächste gerade erst geschrieben wird.

Wie ist dieser außergewöhnliche Start gelungen? Was steckt hinter der Gründung des Vereins? Welche Rolle spielen die kurdischen Wurzeln – und wohin soll der Weg des FC Amed Saar noch führen?

Darüber haben wir mit den Verantwortlichen des FC Amed Saar gesprochen.

Auf dem Fußballplatz zählt für uns der Mensch“

FNS: Euren Verein gibt es erst seit März 2025. Wie entstand überhaupt die Idee, den FC Amed Saar zu gründen – und was wolltet ihr von Beginn an anders machen als andere Vereine?

S.Göktas:: Wir haben kurdische Wurzeln, und darauf sind wir stolz. Der Name Amed steht für unsere Herkunft, unsere Kultur und unsere Verbundenheit. In unseren Herzen sind wir Kurden. Gleichzeitig leben wir hier in Deutschland und sind genauso stolz darauf, hier Teil der Gesellschaft zu sein und etwas bewegen zu können.

Genau diese beiden Seiten möchten wir mit unserem Verein verbinden. Wir wollen unsere Wurzeln nicht verstecken, sondern offen zu ihnen stehen. Gleichzeitig soll der FC Amed Saar Menschen zusammenbringen – unabhängig davon, ob jemand Kurde, Deutscher, Türke, Araber oder anderer Herkunft ist. Auf dem Fußballplatz zählt für uns der Mensch.

Wenn ich sehe, dass bei uns Menschen unterschiedlicher Nationalitäten gemeinsam trainieren, gemeinsam gewinnen, gemeinsam verlieren und anschließend zusammen am Tisch sitzen, dann ist das für mich vielleicht sogar wichtiger als eine Meisterschaft.

Wir wollen zeigen, dass Integration nicht bedeutet, seine eigene Herkunft vergessen zu müssen. Man kann stolz auf seine Wurzeln sein und gleichzeitig stolz darauf sein, hier in Deutschland gemeinsam etwas aufzubauen. Genau dafür soll der FC Amed Saar stehen.

FNS: Meisterschaft, Aufstieg und Kreispokalfinale gleich in der ersten Saison: Habt ihr selbst mit einem solchen Start gerechnet oder hat euch dieser Erfolg überrascht?

Zimmer:Wenn ich sagen würde, dass wir mit allem gerechnet haben, wäre das nicht ehrlich. Wir hatten von Anfang an Vertrauen in unsere Mannschaft und wussten, dass wir sportlich etwas erreichen können. Aber im ersten Vereinsjahr direkt Meister zu werden, aufzusteigen und zusätzlich das Kreispokalfinale zu erreichen, war schon außergewöhnlich.

Was mich dabei besonders stolz macht, ist nicht nur der Erfolg selbst, sondern wie er entstanden ist. Die Mannschaft ist sehr schnell zusammengewachsen. Spieler, Trainer, Vorstand und die Menschen rund um den Verein haben gemeinsam an einem Ziel gearbeitet.

Dieser erste Erfolg hat uns gezeigt, was möglich ist, wenn alle gemeinsam in dieselbe Richtung gehen.

FNS: Nun seid ihr eine Klasse höher und steht schon wieder ganz oben. Was macht diese Mannschaft aus und warum funktioniert sie so gut?

S.Göktas:: Ich glaube, unsere größte Stärke ist tatsächlich die Gemeinschaft. Bei uns geht es nicht nur um elf Spieler, die sonntags auf dem Platz stehen. Wir versuchen, wirklich eine Mannschaft und einen Verein zu bilden.

Natürlich haben wir gute Fußballer und einen Trainerstab, der sehr gute Arbeit leistet. Aber Talent allein reicht nicht. Entscheidend sind für mich Charakter, Disziplin und die Bereitschaft, für den Mitspieler zu kämpfen.

Auch nach dem Aufstieg haben wir gesagt: Wir müssen vor niemandem Angst haben, aber wir müssen jeden Gegner respektieren. Wir schauen deshalb nicht zu weit voraus. Wir wollen uns jedes Spiel neu erarbeiten. Dass wir jetzt auch in der Bezirksliga ganz vorne dabei sind, zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

FNS: Ihr seid ein noch sehr junger Verein. Wie schafft ihr es, neue Spieler vom FC Amed Saar zu überzeugen – und was könnt ihr einem Fußballer bieten, das er bei anderen Vereinen vielleicht nicht findet?

Zimmer:Ich glaube, Spieler merken sehr schnell, ob ein Verein nur etwas verspricht oder ob wirklich etwas dahintersteht.

Wir versuchen nicht, einen Spieler mit großen Worten zu überzeugen. Wir zeigen ihm, wie wir miteinander umgehen und was für eine Gemeinschaft hier entstanden ist. Bei uns soll ein Spieler nicht einfach nur eine Nummer oder jemand für 90 Minuten am Wochenende sein. Er soll sich als Teil des Vereins fühlen.

Wir versuchen, gute Bedingungen zu schaffen, sportlich ambitioniert zu arbeiten und gleichzeitig das familiäre Umfeld zu erhalten. Die Spieler sollen Spaß am Fußball haben, aber auch wissen, dass wir Ziele verfolgen.

Und vielleicht ist genau diese Mischung unsere Stärke: Ambition und Familie. Wir wollen Erfolg – aber wir wollen ihn gemeinsam erreichen.

FNS: Wenn wir ein paar Jahre vorausblicken: Wo soll der FC Amed Saar dann stehen – und wie weit darf man sportlich eigentlich träumen?

Zimmer:Natürlich haben wir Träume. Ohne Träume und Ziele hätten wir diesen Verein wahrscheinlich gar nicht gegründet.

Aber wir wollen nicht den Fehler machen, nach so einem erfolgreichen Start plötzlich mehrere Schritte auf einmal machen zu wollen. Unser Verein ist noch sehr jung. Deshalb müssen wir neben dem sportlichen Erfolg auch unsere Strukturen weiterentwickeln und dafür sorgen, dass der FC Amed Saar langfristig auf einem stabilen Fundament steht.

Sportlich wollen wir natürlich so weit wie möglich kommen. Wo die Grenze liegt, kann heute niemand sagen. Solange die Mannschaft, der Verein und das Umfeld gemeinsam wachsen, wollen wir uns …

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